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Literatur

Science Fiction - Lem vs. Strugatzki

Ich habe nun also in den letzten Wochen zwei der bedeutensten Werke der russischen/europäischen Science Fiction gelesen, insgesammt läßt sich festhalten, das beide Werke sehr philosphisch sind und das Genre nur nutzen um tiefergehende Diskurse zu führen.

I. Stanislaw Lem - Solaris

Vielen ist sicherlich eine der beiden Verfilmungen bekannt, wobei das Tarkovsky Werk von 1972 das wesentlich bessere ist, das es der Roman hier eher lose verfilmt ist und versucht wird, hauptsächlich durch ruhige Bilder, eine Stimmung zu erzeugen.

Die Handlung des Buches ist recht schnell zusammengefasst. Der Forscher Kelvin landet auf dem Planeten Solaris, wo er eine Forschungsstation wissenschaftlich unterstützen soll. Als er dort ankommt, hat einer der Kosmonauten sich das Leben genommen, die Station ist verwahrlost und die verbliebenen zwei Wissenschaftler agieren nahe am Wahnsinn. Einziger "Bewohner" von Solaris ist der riesige, alles umfassende Ozean, ein denkendes Wesen. Durch Experimente wurde der Ozean dazu gebracht, sogenannte Gäste zu erschaffen, die aus den Erinnerungen der Wissenschaftler bestehen und sich als Personen manifestieren. In Kelvins Fall ist es seine tote Frau die ihm erscheint... Abgesehen von der eigentlichen Handlung sind in Solaris immer wieder wissenschaftliche Abschnitte über die Forschung an dem Ozean eingefügt, welche die philosophische Haltung des Romanes verstärken, da nie klar wird, welche Absicht der Ozean damit verfolgt, die Gäste erscheinen zu lassen.

 

II. Arkadi und Boris Strugatzki - Picknick am Wegesrand

Ausgangssituation ist eine Welt, auf der durch den Besuch von Außerirdischen sogenannte "Zonen" entstanden sind. Diese Zonen sind abgesperrte Gebiete, die nur von der Regierung erforscht werden dürfen. Innerhalb der Zonen gibt es veränderte Gegenstände, die von illegalen "Schatzsuchern" geborgen und verkauft werden, jedoch sind die "Zonen" sehr gefährlich, da sie sich ständig verändern und Fallen beinhalten. Diese Fallen sind Gebiete in denen die Physik des Gebietes verändert ist, z.B. die Gravitation, so dass man wenn man diesen Abschnitt betritt zerquetscht wird. Einer Legende nach gibt es in der Zone einen geheimen Raum mit einer großen goldenen Kugel, die alle Wünsche erfüllen kann.

Man erlebt den Roman über die Figur des Roderic Schuchart, ein Laborant, der begann in die Zone zu gehen. Durch seine Besuche in der Zone ist seine Tocher mißgebildet zur Welt gekommen. Schuchart ist ein verbitterter Mann, der viel Flucht und trinkt, die Ambivalenz des Verhältnisses Mensch - Zone spiegelt sich in Schuchart wieder, viele hat die Zone den Tod gebracht, auch er leidet unter seinen Besuchen dort, jedoch kann er nicht von ihr lassen.

Der Roman ist wesentlich direkter geschrieben als Solaris und somit greifbarer, nutzt jedoch genau wie Solaris das Genre, als Ausgangsbedingung für ein Gedankenexperiment. Vieles bleibt, wie bei Kafka ungenau, so bleiben die Auftraggeber für die Schatzsucher nur sehr vage und im Hintergrund agierend, was die Stimmung der ständigen Bedrohung nur noch weiter verstärkt. Schuchart wird in unterschiedlichen Abschnitten seines Lebens gezeigt, bis er schließlich versucht die goldene Kugel ausfindig zu machen...

Insgesammt zwei sehr gute Romane, wobei Solaris etwas unzugänglicher ist, beide wurden von Andreij Tarkovsky verfilmt, wobei die Verfilmungen von Tarkovsky jeweils hauptsächlich das Grundmotiv aufgreifen und eine reduzierte, hypnotische Seherfahrung kreieren.

4.11.06 13:02





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